AI Video Ads
Was sind AI Video Ads?
AI Video Ads sind kurze Werbevideos für Paid Social und Display, die überwiegend von generativen Modellen zusammengesetzt werden statt von einem Filmteam. Eingang sind ein Produktbild, einige Attribute und ein Kampagnenwinkel, Ergebnis ist ein Schnitt mit Bewegung, Untertiteln, Musik und Handlungsaufforderung. Die Formate folgen den vertikalen und quadratischen Seitenverhältnissen sozialer Feeds. In Commerce-Teams taucht die Technik dort auf, wo Kreativvolumen zum Engpass wird: bei Produkteinführungen, saisonalen Kampagnen und der laufenden Variantenproduktion, die Werbeplattformen im Test verbrauchen.
Definition
Der Begriff fasst mehrere Pipelines zusammen. Template-basierte Systeme animieren vorhandene Assets mit Schwenks, Zooms und Übergängen und ergänzen synthetische Sprecherstimme oder Untertitel. Modellbasierte Systeme arbeiten mit Text-to-Video- oder Image-to-Video-Diffusion und synthetisieren Frames, statt ein festes Bild zu bewegen. Produktive Setups mischen meist beides und behalten ein Human-in-the-Loop-Review vor der Freigabe. Die Grenzen sind praktischer Natur: Synthetisierte Frames verzerren Logos, Texturen und Produktgeometrie, Markenvorgaben überstehen die Generierung nicht zuverlässig, und die Herkunft der Trainingsdaten bleibt oft unklar. Der EU AI Act verlangt, dass synthetische Audio-, Bild- und Videoinhalte maschinenlesbar gekennzeichnet und gegenüber dem Publikum offengelegt werden.
Warum es zählt
In einer Composable-Storefront liefert das Commerce-Backend das Video in der Regel nicht selbst aus. Die Generierung läuft als eigener Service, der Produktdaten aus dem PIM oder einer Produkt-API liest, die fertigen Renditions in ein Media-Repository oder DAM schreibt und sie über ein CDN mit eigenen URLs je Seitenverhältnis und Bitrate bereitstellt. Storefront und Werbeplattform greifen auf denselben Renditions-Katalog zu, sodass Kampagnenvariante und Onsite-Hero konsistent bleiben. Die Asset-Metadaten führen Kennzeichnungsflag, Quell-SKU und Freigabestatus mit, womit Governance in der Content-Schicht liegt statt im Kreativwerkzeug. Das Frontend lädt Videos verzögert und liefert ein Poster-Bild vorab aus, damit die Ladeleistung der Seite nicht leidet.
Anwendungsfälle
Die typischen Platzierungen liegen ebenso außerhalb wie innerhalb des Shops. Paid-Social-Feeds und Short-Video-Plattformen nehmen vertikale Schnitte je Zielgruppensegment auf, während dieselbe Ausgabe als automatisch abgespielte Schleife auf der Produktdetailseite, im Kategorie-Hero oder in einer Kampagnen-Landingpage erscheint. Post-Purchase-Strecken und Lifecycle-Mailings nutzen kürzere Fassungen der erfolgreichen Variante, häufig ohne Ton und mit eingebrannten Untertiteln. Der Nutzen entsteht über Volumen: mehrere Hooks, mehrere Endcards und mehrere Längen je Produkt, bewertet an Durchsichtrate, Klickrate und Akquisekosten statt am kreativen Geschmack. Retargeting-Zielgruppen erhalten meist einen anderen Schnitt als Prospecting-Zielgruppen, weil das Produkt dort bereits bekannt ist.
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