Was ist aus Frontastic geworden? Frontastic → commercetools Frontend (und die Alternativen)
Was ist aus Frontastic geworden? Frontastic → commercetools Frontend (und die Alternativen)
Wer heute nach „Frontastic" sucht, landet meist nicht mehr auf einer eigenständigen Frontastic-Seite, sondern bei commercetools Frontend. Das ist kein Zufall und kein Rebranding-Trick, sondern das Ergebnis einer Übernahme, die inzwischen einige Jahre zurückliegt. Dieser Beitrag ordnet die Chronologie sachlich ein, erklärt, was das für Bestandsnutzer praktisch bedeutet, und zeigt, welche Frontend-Optionen es im commercetools-Ökosystem heute gibt, Laioutr eingeschlossen.
Die Chronologie: Von Frontastic zu commercetools Frontend
Frontastic wurde 2017 in München als eigenständiges Composable-Frontend-Produkt gegründet und durchlief eine eigene Finanzierungsrunde, bevor commercetools das Unternehmen im November 2021 übernahm. Die Übernahme wurde von commercetools offiziell als Erwerb der „leading composable frontend platform" kommuniziert. In den Jahren danach wurde die Marke „Frontastic" schrittweise durch „commercetools Frontend" ersetzt, sodass das Produkt heute unter diesem Namen als Teil der commercetools-Produktsuite geführt wird, nicht mehr als eigenständige Marke am Markt auftritt.
Für die technische Weiterführung heißt das: commercetools Frontend ist keine Neuentwicklung, sondern die konsequente Fortführung dessen, was als Frontastic begonnen wurde, jetzt eingebettet in die commercetools-Produktstrategie und mit den entsprechenden Ressourcen für Weiterentwicklung ausgestattet. Frontend Studio als Business-User-Layer und die Developer-Schicht mit modernem React/Next.js-Stack sind die direkten Nachfolger der ursprünglichen Frontastic-Komponenten.
Was das für Bestandsnutzer praktisch heißt
Wer heute noch mit „Frontastic" im internen Sprachgebrauch arbeitet, aber technisch bereits commercetools Frontend nutzt, muss in aller Regel nichts akut ändern. Die Plattform wird als Teil der commercetools Composable Commerce Suite aktiv weiterentwickelt, mit Investitionen in Frontend Studio, den Component-Layer und B2B-spezifische Templates. Für Bestandsnutzer bedeutet das kontinuierliche Weiterentwicklung statt eines auslaufenden Produkts.
Praktisch relevant sind zwei Punkte: Erstens ist commercetools Frontend eng an das commercetools-Backend gekoppelt, das Produkt ist als natives Companion-Produkt zur commercetools-Commerce-Engine gedacht, nicht als backend-agnostisches Frontend-Tool. Zweitens läuft die Weiterentwicklung heute auf einem modernen React/Next.js-Stack, was für Teams mit React-Erfahrung ein direkter Vorteil ist, für Teams mit Vue/Nuxt-Hintergrund aber eine bewusste Stack-Entscheidung bedeutet.
Frontend-Optionen im commercetools-Ökosystem
Wer commercetools als Backend einsetzt, muss sich für eine der folgenden Frontend-Optionen entscheiden, und alle sind legitime Wege, keine davon ist die „richtige" per Definition:
commercetools Frontend ist die native Option, direkt vom Backend-Hersteller betrieben, mit Frontend Studio für Business-User und vollem Code-Zugriff für Developer. Wer sich langfristig auf commercetools als Backend festlegt und die native Integration priorisiert, ist hier gut aufgehoben.
Eigenbau-Frontend, typischerweise auf Next.js oder Nuxt, direkt gegen die commercetools-GraphQL-API entwickelt. Volle Kontrolle über Stack und Architektur, dafür eigene Verantwortung für Integrationsarbeit, Wartung und Team-Aufbau.
Andere Composable-Frontend-Anbieter im commercetools-Ökosystem, etwa Alokai, mit eigenem Ansatz zu Connectoren und Hosting-Modell.
Laioutr als Frontend Management Platform, die sich ebenfalls direkt an die commercetools-GraphQL-API anbindet, aber als eigenständiger Layer betrieben wird, unabhängig davon, ob das Backend commercetools bleibt oder sich später ändert. Mehr dazu im Abschnitt „Wo Laioutr sich einordnet" weiter unten. Einen ausführlichen Options-Vergleich haben wir außerdem in commercetools Frontend vs. Alokai vs. FMP zusammengestellt.
Die Entscheidung zwischen diesen Optionen ist eine Frage der eigenen Prioritäten, nicht eine Bewertung, welcher Anbieter „besser" ist. commercetools liefert mit der Commerce-Engine eine ausgereifte, produktionserprobte Grundlage; die Frontend-Schicht darauf ist eine eigene, separate Architektur-Entscheidung.
Wo Laioutr sich einordnet
Als Composable-Frontend-Layer setzt Laioutr direkt auf der commercetools-GraphQL-API auf und übernimmt die Rendering-Ownership, ohne Anpassungen an eurem commercetools-Setup zu verlangen. Der Unterschied zu commercetools Frontend liegt nicht in der Qualität, sondern im Betriebsmodell: Laioutr ist als backend-unabhängiger Layer konzipiert, der auch dann funktioniert, wenn ihr euer Backend über die Zeit erweitert oder anpasst, etwa durch zusätzliche PIM- oder ERP-Anbindungen. Für Teams, die commercetools langfristig fest gesetzt haben, ist commercetools Frontend die naheliegende native Wahl; für Teams, die die Frontend-Entscheidung unabhängig von zukünftigen Backend-Anpassungen treffen wollen, ist Laioutr eine der Optionen, die das ermöglicht.
Konkret heißt das für den Alltag: Layout-Komposition, Kampagnen-Aufbau und Multi-Locale-Publishing laufen bei Laioutr im visuellen Editor, während commercetools als Commerce-Engine, mit Produktkatalog, Preislogik und Order-Management, unverändert die zentrale Datenquelle bleibt. Wie sich Content-Anforderungen und commercetools als reines Backend-System ergänzen, haben wir außerdem in Braucht commercetools ein CMS? eingeordnet.
Unsere Einschätzung
Die Suchintention hinter „Frontastic" ist heute meist eine von zwei Fragen: entweder „was ist mit dem Produkt passiert, das ich kannte" oder „welche Frontend-Optionen habe ich eigentlich, wenn ich commercetools als Backend nutze". Beide Fragen lassen sich sachlich beantworten, ohne dass eine Option gegen die andere ausgespielt werden muss. commercetools hat mit der Übernahme und Weiterführung von Frontastic ein solides natives Frontend-Angebot geschaffen, das für Teams mit klarer Backend-Festlegung gut funktioniert. Die Frontend-Schicht bleibt aber, wie bei jedem Composable-Stack, eine eigene Entscheidung mit mehreren tragfähigen Wegen, und genau darin liegt für uns der eigentliche Denkansatz: nicht „Frontastic ersetzen", sondern die Frontend-Architektur unabhängig von der aktuellen Backend-Entscheidung betrachten.
Häufige Fragen
Existiert Frontastic als eigenständiges Produkt noch?
Nicht mehr unter eigenem Markennamen. Nach der Übernahme durch commercetools im November 2021 wurde das Produkt schrittweise als commercetools Frontend weitergeführt und ist heute Teil der commercetools-Produktsuite.
Muss ich als bestehender Frontastic-Nutzer etwas tun?
Technisch läuft die Weiterentwicklung unter dem Namen commercetools Frontend nahtlos weiter. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt nicht von der Namensänderung ab, sondern davon, ob euer Backend-Setup und eure Frontend-Anforderungen sich seit dem ursprünglichen Frontastic-Setup verändert haben.
Ist commercetools Frontend nur mit commercetools als Backend nutzbar?
Ja, commercetools Frontend ist als natives Companion-Produkt zur commercetools-Commerce-Engine konzipiert. Wer ein Frontend sucht, das unabhängig vom gewählten Backend funktioniert, findet dafür andere Optionen im Composable-Ökosystem, darunter Laioutr.
Was unterscheidet Laioutr von commercetools Frontend, wenn beide gegen dieselbe API arbeiten?
Im Wesentlichen das Betriebsmodell: commercetools Frontend ist als natives Produkt der commercetools-Suite gebaut, Laioutr als eigenständiger, backend-unabhängiger Frontend-Layer. Beide sind legitime Wege, die Wahl hängt davon ab, wie fest ihr euer Backend über die kommenden Jahre setzen wollt.
Nächste Schritte
Wenn ihr gerade eure Frontend-Optionen im commercetools-Ökosystem prüft, buche eine 30-Minuten-Demo und wir zeigen, wie Laioutr direkt an eure commercetools-GraphQL-API anbindet.
Weitere Themen aus der Laioutr-Plattform
Über den Autor: Marcel Thiesies ist Co-Founder von Laioutr und beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie Commerce-Teams ihre Frontend-Entscheidung unabhängig von der Backend-Wahl treffen können.