SAP CC Frontend: Warum jeder zweite Enterprise Merchant bis 2027 wechseln will
Wer im Enterprise Ecommerce arbeitet, kennt das Muster. Eine Plattform, die vor zehn Jahren als Goldstandard galt, fühlt sich heute schwerfällig an. Releases dauern Monate, das Frontend zieht jede A/B Test Roadmap in die Länge, und das Mobile Erlebnis hängt deutlich hinter dem zurück, was Direct to Consumer Marken in wenigen Sprints ausrollen. Genau an diesem Punkt stehen aktuell sehr viele SAP Commerce Cloud Kunden.
Aktuelle Marktdaten zeigen ein klares Bild. Mehr als die Hälfte der aktiven SAP CC Nutzer denkt darüber nach, ihr Frontend innerhalb der nächsten zwei Jahre auszutauschen. Das ist keine Randerscheinung. Das ist die Mehrheit. Wer als Marketing, Product oder Engineering Leader in diesem Markt unterwegs ist, sollte verstehen, was genau diese Welle treibt und welche Bewegungsmuster sich daraus ergeben.
Die Mehrheit will weg vom heutigen Frontend
Die Zahl, die alles verändert, ist 52 Prozent. So viele aktive SAP CC Nutzer geben an, dass sie in den nächsten ein bis zwei Jahren entweder das Frontend, das Backend oder beides austauschen wollen. Auffällig ist die Zusammensetzung dieser Gruppe. Es sind nicht primär die wackeligen Implementierungen, die wechseln wollen. Es sind die etablierten, gut investierten SAP CC Customer, die mit dem heutigen Frontend Setup einfach nicht mehr in dem Tempo arbeiten können, das ihre Märkte verlangen.
Besonders deutlich wird der Druck bei zwei Gruppen. SAP Accelerator Nutzer sehen sich faktisch mit einem Auslaufmodell konfrontiert. Multibrand Retailer, die mehrere Storefronts über das gleiche Backend bedienen, kommen mit den heutigen Frontend Optionen kaum noch hinterher. Beide Gruppen suchen aktiv nach Alternativen, die nicht gleich einen kompletten Replatforming Marathon auslösen.
Was die Wechselwelle wirklich treibt
Es ist verlockend, den Wechselwillen auf Technologie zu reduzieren. Spannender ist der Blick auf die echten Treiber. Wenn man Enterprise Teams unter vier Augen zuhört, kristallisieren sich vier Themen heraus.
Erstens Kosteneffizienz. Custom Frontends haben eine Eigenschaft, die in den ersten Monaten oft übersehen wird. Sie skalieren operativ schlecht. Jedes neue Feature, jede neue Marke, jeder neue Markt bedeutet zusätzliche Engineering Stunden. Über fünf Jahre summiert sich das zu Betriebskosten, die deutlich höher liegen als anfänglich geplant.
Zweitens Flexibilität. Märkte werden volatiler. Was 2023 noch als sicher galt, ist 2025 ein Engpass. Teams brauchen die Fähigkeit, neue Features in Wochen statt in Quartalen zu testen. Genau das verspricht ein modernes Frontend, das nicht hart an das Backend Release Modell gekoppelt ist.
Drittens Integration. AI Tools, neue Bezahlmethoden, Headless CMS, Personalization Engines. Die spannendsten Innovationen entstehen heute außerhalb der klassischen Commerce Plattform. Frontends, die diese Services über APIs sauber integrieren, schaffen einen messbaren Vorsprung.
Viertens Performance. Mobile Core Web Vitals sind direkt mit Conversion gekoppelt. Frontends, die nicht auf Performance ausgelegt sind, verlieren am Mobile First Customer.
Drei realistische Wege nach vorn
Wer 2026 wechseln will, hat drei Optionen auf dem Tisch. Jede davon hat eine eigene Risiko Rendite Charakteristik.
Der erste Weg ist Custom Build. Maximale Kontrolle, maximale Flexibilität, aber auch maximaler Engineering Aufwand. Für Enterprise Merchants mit großen In House Teams kann das funktionieren. Für die meisten anderen wird der Total Cost of Ownership über die Jahre zur Last.
Der zweite Weg ist das vorgegebene Composable Storefront aus dem SAP Ökosystem. Solider Einstieg, gute Integration mit dem Backend. Allerdings teilt es viele der UX und Performance Limitierungen, die ohnehin schon kritisiert werden. Es löst das eigentliche Problem nur teilweise.
Der dritte Weg ist Frontend as a Service. Eine eigenständige Schicht zwischen Backend und Customer, die dediziert für Performance, Personalization und Time to Market gebaut ist. SAP CC bleibt als Order, Pricing und Promotion Backbone bestehen. Das Frontend wird zu einem eigenständigen, kontinuierlich weiterentwickelten Produkt.
Was Sie jetzt konkret tun können
Wenn Sie spüren, dass Ihr Team in diese 52 Prozent gehört, ist der erste Schritt kein Tool. Es ist ein ehrlicher Audit. Drei Fragen helfen dabei.
Wie lange dauert in Ihrem Setup heute ein neues Feature vom Konzept bis zum produktiven Mobile Release? Wenn die Antwort in Monaten gemessen wird, haben Sie ein Frontend Problem.
Wie hoch sind Ihre jährlichen Frontend Wartungskosten relativ zu Ihrer Ecommerce Revenue? Wenn dieser Wert deutlich über zwei Prozent liegt, lohnt der Vergleich mit einer Frontend as a Service Lösung.
Wie viele Storefronts oder Marken betreiben Sie auf der gleichen Codebase? Je mehr es sind, desto schneller amortisiert sich eine wiederverwendbare Frontend Plattform.
Das Zeitfenster ist günstig
Wer 2026 einen klaren Plan formuliert, kann 2027 produktiv auf einem modernen Frontend laufen. Wer wartet, läuft Gefahr, dass Wettbewerber und schnellere DTC Marken den Vorsprung ausbauen. Die Wechselwelle hat begonnen. Die spannendere Frage ist nicht ob, sondern wie schnell und mit welcher Strategie Sie sie mitgehen.
Bei Laioutr arbeiten wir mit Enterprise Merchants, die genau diesen Schritt strukturiert gehen wollen. Wer wissen will, wie das eigene SAP CC Setup in dieser Logik bewertet werden kann, kann uns direkt ansprechen. Wir machen den Status quo sichtbar und zeigen, wie die nächste Phase aussieht.
Mehr zur Laioutr-Plattform
Weiterführend: Headless Frontend für SAP Commerce Cloud.
Mehr dazu: Headless CMS für SAP CC: Ein Vergleich der Top 5 Optionen für 2026 und AI Personalization auf SAP CC: Warum Ihr Backend Ihren AI Stack ausbremst.