Recently Viewed
Was ist Recently Viewed?
Recently Viewed ist ein Storefront-Modul, das die Produkte auflistet, die ein Besucher in der aktuellen oder einer früheren Sitzung geöffnet hat. Es erscheint meist als horizontale Reihe im unteren Bereich der Produktdetailseite, auf Kategorieseiten, auf der Warenkorbseite oder als eigener Bereich im Kundenkonto. Die Liste ist nach Aktualität sortiert, um Dubletten bereinigt und auf wenige Einträge begrenzt. Der Zweck ist eher navigatorisch als werblich: Wer mehrere Artikel eines Sortiments vergleicht, kann zu einem Kandidaten zurückkehren, ohne die Suche zu wiederholen oder den Browserverlauf zu bemühen.
Definition
Recently Viewed erfasst Produktaufrufe als Ereignisstrom, der an eine Kennung gebunden ist. Bei anonymem Traffic ist das ein Cookie oder ein Local-Storage-Schlüssel, bei angemeldeten Konten kann es eine Kunden-ID sein, wodurch die Liste geräteübergreifend folgt. Der Speicherort bestimmt den Umgang mit der Einwilligung, denn lokale Speicherung auf dem Gerät wird anders behandelt als ein serverseitiges Profil, und in der Europäischen Union ist diese Unterscheidung für die Tracking-Einwilligung relevant. Häufige Varianten ergänzen eine Entfernen-Funktion, eine Preisänderungsmarkierung oder den Lagerstatus. Fallstricke sind ausverkaufte Artikel ohne Hinweis, Einträge weit jenseits ihres Relevanzfensters und offengelegte Verläufe auf geteilten Geräten.
Warum es zählt
In einem Composable-Setup liegt der Verlauf außerhalb der gerenderten Seite. Die Storefront schreibt Aufruf-Ereignisse in einen Client-Store, einen Session-Service oder eine Customer Data Platform und liest die Liste beim Rendern über eine API zurück. Da der Inhalt für genau einen Besucher gilt, bleibt der Block aus gemeinsam genutzten Caches ausgeschlossen und wird nach der gecachten Hülle nachgeladen, sodass Produktseiten statisch cachebar bleiben. Die Produkt-IDs aus dem Verlauf werden gegen die Katalog-API aufgelöst, damit Preis, Verfügbarkeit und Medien aktuell bleiben und nicht auf dem Stand des Aufrufs einfrieren. Der Einwilligungsstatus entscheidet, ob der Verlauf serverseitig überhaupt gespeichert wird.
Anwendungsfälle
Typische Platzierungen sind der untere Bereich der Produktdetailseite, der Leerzustand einer Such- oder Kategorieseite, die Warenkorbseite neben der Zusammenfassung und das Kundenkonto. Auf mobilen Geräten hält ein kompakter horizontaler Scroller den Block aus dem Hauptlesefluss heraus. Merchandising-Teams kombinieren das Modul gelegentlich mit einem Einstieg in eine Vergleichsansicht, sodass der Wechsel vom Verlauf in eine Gegenüberstellung direkt möglich ist. Onsite-Retargeting und E-Mail können denselben Ereignisstrom nutzen, sofern die Einwilligung diesen Zweck abdeckt. Gemessen werden Rücksprünge auf Produktseiten und unterstützte Conversions, nicht direkter Umsatz aus dem Block.
Verwandt
Mehr dazu: Personalization · First-Party Data.