Salesforce Commerce Cloud Replacement 2027: Warum 60 Prozent der Enterprise Merchants wechseln wollen
Wenn ein VP of Ecommerce in einem nordamerikanischen Enterprise Setup heute über die Roadmap spricht, kommt fast immer der gleiche Satz. Wir lieben Salesforce als Stack, aber unsere Storefront kann nicht mehr mithalten. Was vor fünf Jahren als sichere Wahl galt, fühlt sich heute zunehmend wie eine Bremse an. Marktstudien zeigen, dass mehr als sechzig Prozent der aktiven Salesforce Commerce Cloud Nutzer ernsthaft an einem Wechsel arbeiten. Das ist keine Randerscheinung. Das ist die Mehrheit. Dieser Beitrag zeigt, was diese Welle wirklich treibt und welche Wege Enterprise Merchants jetzt realistisch offenstehen.
Die Zahl, die alles verändert
Aktuelle Daten aus C Level Interviews mit nordamerikanischen Ecommerce Organisationen mit mehr als tausend Mitarbeitern zeigen ein klares Bild. Sechzig Komma acht Prozent der Befragten planen, Salesforce Commerce Cloud innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre zu ersetzen. Von dieser Gruppe denken fast vierzig Prozent konkret an composable Plattformen wie commercetools, BigCommerce oder SCAYLE.
Auffällig ist, was diese Zahl bedeutet. Es sind nicht die unzufriedenen Implementierungen, die wechseln wollen. Es sind die etablierten, gut investierten SFCC Customer, deren Roadmap mit der Plattform nicht mehr Schritt hält. Die Mehrheit von ihnen ist mit den Core Funktionalitäten zufrieden. Sie sind aber überzeugt, dass sie die nächste Wachstumsphase mit dem heutigen Setup nicht erreichen.
Was die Wechselwelle wirklich treibt
In Gesprächen mit Enterprise Teams kristallisieren sich fünf Treiber heraus, die in fast jedem Pitch auftauchen.
Erstens Kosteneffizienz. Über achtzig Prozent der wechselwilligen Merchants nennen Kostendruck als Hauptgrund. SFCC Implementierungen werden über die Jahre teuer, sowohl in Lizenzen als auch in Customizing Aufwand.
Zweitens Integration. Zweiundsechzig Prozent suchen nach besserer Integration mit bestehenden CRM, ERP und Customer Data Systemen. SFCC ist Teil des Salesforce Ökosystems, aber die Integration in Drittsysteme bleibt aufwendig.
Drittens Performance und Reliability. Fast sechzig Prozent priorisieren bessere Performance. Mobile Core Web Vitals, Page Load Times und Skalierbarkeit unter Spitzenlast sind wiederkehrende Themen.
Viertens Skalierbarkeit. Über die Hälfte will eine Architektur, die mit neuen Märkten und neuen Marken mitwachsen kann, ohne jedes Mal ein eigenes Projekt zu starten.
Fünftens spezifische Funktionen. Vor allem Search und Recommendations gelten als schwach. Die Recommendation Engine erreicht in Studien nur eine Satisfaction Rate von etwa fünfundzwanzig Prozent. Das ist mit Abstand der schwächste Wert aller Core Funktionen.
Drei realistische Wege nach vorn
Wer 2026 ernsthaft über einen Wechsel nachdenkt, hat drei Optionen auf dem Tisch.
Der erste Weg ist Plattform Komplettwechsel. Sie verlassen SFCC sowohl im Backend als auch im Frontend. Composable Plattformen wie commercetools oder SCAYLE übernehmen den Backbone, ein eigenständiges Frontend liefert die Storefront. Das ist die radikalste, aber auch riskanteste Variante. Ein bis zwei Jahre Migrationsdauer sind realistisch.
Der zweite Weg ist nur Backend wechseln. Sie behalten die Customer Erfahrung weitgehend, ersetzen aber den Commerce Kern. Dieser Pfad ist selten, weil das Frontend in den meisten SFCC Setups ohnehin der größte Schmerzpunkt ist.
Der dritte Weg ist Frontend zuerst. Sie behalten das SFCC Backend für Orders, Pricing, Promotion und Customer Data. Das Frontend wird zu einer eigenständigen, modernen Schicht, die für Performance, Personalization und Time to Market gebaut ist. Dieser Pfad ist deutlich weniger riskant, liefert die schnellsten sichtbaren Verbesserungen und passt zu der Tatsache, dass viele Merchants mit den SFCC Core Funktionen zufrieden sind.
Warum Frontend zuerst die pragmatischste Antwort ist
Studien zeigen, dass über fünfzig Prozent der SFCC Nutzer mit den Core Funktionen zufrieden sind. Vor allem Checkout und Payment sind starke Bereiche der Plattform. Es wäre wirtschaftlich falsch, diese funktionierenden Komponenten auszutauschen, nur um das Frontend zu modernisieren.
Eine Frontend as a Service Plattform setzt genau hier an. SFCC bleibt das Backbone, das Frontend wird zu einer dedizierten Schicht, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Marketing Teams gewinnen Geschwindigkeit, Engineering konzentriert sich auf Plattform Pflege, Stakeholder sehen messbare Conversion Effekte innerhalb von Monaten.
Was Sie konkret tun sollten
Wenn Sie spüren, dass Ihr Team in die sechzig Prozent gehört, ist der erste Schritt kein Vendor Pitch. Es ist ein ehrlicher Audit Ihrer Plattform. Drei Fragen helfen.
Wie lange dauert in Ihrem Setup heute ein neues Feature vom Konzept bis zum produktiven Mobile Release? Wenn die Antwort in Monaten gemessen wird, haben Sie ein Frontend Problem.
Wie hoch sind Ihre jährlichen SFCC Wartungs und Customizing Kosten relativ zu Ihrer Ecommerce Revenue? Wenn der Wert deutlich über zwei Prozent liegt, lohnt der Vergleich.
Wie zufrieden sind Marketing und Customer Experience Teams mit den heutigen Tools für Personalization und Content? Wenn die Antwort ein zögerliches Vielleicht ist, ist Ihre nächste Phase nicht der Weiterbau auf SFCC.
Fazit
Die Wechselwelle bei Salesforce Commerce Cloud hat bereits begonnen. Die spannendere Frage ist nicht ob, sondern wie schnell und mit welcher Strategie Sie sie mitgehen. Frontend zuerst, Backend stabil halten. Diese Logik bietet das beste Verhältnis von Risiko, Tempo und Wirkung für die meisten Enterprise SFCC Merchants.
Wenn Sie für Ihr eigenes Setup eine ehrliche Standortbestimmung wollen, sprechen Sie uns an. Wir kennen die Trade Offs aus erster Hand und zeigen, wie die nächste Phase realistisch aussieht.
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